Peck


Rüde, English Setter, 4 Jahre, Unvermittelt, stammt aus Italien, katzenverträglich, TierNr. 2794

Auf Pflegestelle in 30916 Isernhagen seit Oktober 2017

Peck wurde im Alter von 4 Jahren von seinem Jäger aussortiert. Vermutlich bemerkte er, dass der schöne Rüde gesundheitliche Probleme hat. Zu Pecks Glück kam er in unser Partnertierheim in Italien, wo der erste Tierarztbesuch zeigte, dass der English Setter Rüde Diabetiker ist. Er bekommt nun Spezialfutter und zweimal täglich Insulin unter die Haut gespritzt. Da er wirklich ein ganz sanfter, geduldiger Schatz ist, bleibt er brav still stehen. So sind auch Tierarztbesuche mit Blutabnahme oder ähnlichem für ihn die leichteste Übung. Der Tierheimstress bekam ihm nicht gut und er nahm mehr und mehr ab. Innerhalb kürzester Zeit wurde aus Peck ein Notfall, ein 16 kg leichter Notfall. Er durfte nach Deutschland auf Pflegestelle ziehen. Tapfer meisterte Peck die insgesamt mehr als 18 Stunden Fahrt. Bei der ersten Begegnung mit dem Rüden der Pflegefamilie zeigte sich Peck mehr an der Umgebung interessiert als an seinem Artgenossen. Im Haus suchte Peck vergeblich nach Essbarem, bevor er langsam zur Ruhe kam.

Leider gab es am zweiten Tag Probleme mit Peck; er bemerkte die angelehnte Küchentür und stellte sich an die Arbeitsplatte, um etwas Essbares zu ergaunern. Als sein Pflegeherrchen ihn langsam zurückziehen wollte,erwischte Peck ihn an der Hand. Es schien als wüsste er nicht, was er da tat. Er ließ sofort los und zeigte keinerlei Aggression als er aus der Küche geführt wurde. Am Nachmittag gab es wieder eine kritische Situation, bei der die beiden Rüden im engen Flur nebeneinander standen und Peck den Ersthund anging. Das Pflegefrauchen mit dem Einkauf in der Hand könnte der Auslöser sein.

Für ein Blutzuckertagesprofil kam Peck in die Tierarztpraxis. Jedes Mal, wenn jemand den Boxenraum betrat, wedelte er. Er genießt jede Aufmerksamkeit, jede Berührung. Draußen auf den Feldern liebt er es, zu stöbern und durch das höchste Gras zu schlendern, die Nase am Boden. Das Blutzuckertagesprofil ergab, dass Peck nicht richtig mit dem Insulin eingestellt ist und eine Unterzuckerung bei erhöhtem Stress droht. Womöglich befand er sich bei den beiden Vorfällen im Unterzucker, wegen welcher Aggressionen und Verwirrtheit auftreten können. Es ist nicht sicher, ob er so reagiert hat, weil er vom Stress des Transports und seiner insgesamt eher schlechten körperlichen Konstitution ausgemergelt war. Was man auch in Betracht ziehen sollte, ist, dass Futter generell ein heikles Thema für Peck ist. Er lebte bei einem Jäger. Wer weiß, wie schlimm es ihm dort ging. Auf seiner Pflegestelle hat er ein solches Verhalten nicht mehr gezeigt. Leider akzeptierte ihn der vorhandene, unsichere Ersthund nicht mehr im Haus, sodass Peck nun in Niedersachsen auf einer Pflegestelle lebt. Dort kommt er mit allen sechs (!) vorhandenen Rüden und Hündinnen zurecht, hat anfangs zwar versucht, einen der Rüden zu dominieren, ließ aber schnell davon ab. Die Hunde dort sind die Neulinge gewohnt und alle kastriert. Nur mit einem Rüden ist er sich nicht ganz grün und geht ihm aus dem Weg. Peck erkundet offen und neugierig den Garten und holt sich gerne Streicheleinheiten ab.

Für den süßen Traumhund soll nun endlich alles gut werden. Peck frisst problemlos aus der Hand, er ist ganz vorsichtig und schleckt die Futterbrocken zart aus der Hand. Er geht schon super an der Leine, es fehlt ihm zwar noch an Kondition, aber diese wird er nun langsam aufbauen. Auch im Auto fährt er gerne mit. Er legt sich brav auf seine Decke und wedelt jedes Mal, wenn sich die Boxentür öffnet. Man kann ihn schon kurz alleine lassen, er legt sich geduldig hinter die Tür und nutzt die Zeit für ein Nickerchen.

Kurzum: Traumhundpotenzial. Für Peck wünschen wir uns Menschen, die konsequent im 12 Stunden Abstand Insulin spritzen und bereit sind, den Liebling aufzunehmen. Aufgrund seines erhöhten Durstes und damit auch das häufigere Wasserlassen, wäre ein eingezäunter Garten ideal. Peck kommt mit Hunden und Katzen super klar, er würde aber ein Zuhause ohne Rüden präferieren. Kleine Kinder sollten nicht im neuen Zuhause sein, um sein Stresslevel niedrig zu halten.

Diese zwei Vorfälle sollen nicht Pecks Schicksal besiegeln. Man sollte ganz klar im Hinterkopf behalten, dass nicht klar ist, wieso er so reagiert hat, wie er es tat. Dennoch entweder war es medizinisch und lässt sich therapieren oder es ist ein Verhaltensproblem, dann kann man daran arbeiten. Peck lässt sich gerne auf Neues ein. Dem Rüden gelingt es in Windeseile die Herzen der Menschen zu stehlen, die ihn kennenlernen. Die Tierpfleger in Italien, das Praxisteam, bei dem er einige Tage verbrachte, seine alte und seine neue Pflegestelle – sie alle schwärmen für den schönen, sanften Peck und berichten in den höchsten Tönen von ihm.

Möchten Sie Peck näher kennenlernen? Gehen Sie das Risiko ein, Ihr Herz an das Setterseelchen zu verlieren? Melden Sie sich unbedingt bei mir. Peck ist unkastriert, auf Leishmaniose und Filariose negativ getestet und möchte seiner Reise endlich ein Ziel geben. Ein endgültiges. Das hat er sich so sehr verdient.

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