Mariechen-Kalender und -Leinen

Limited Edition – HhM Merchandise

 

Eine kleine Auflage handgemachter, eleganter Hundeleinen mit Biokunstlederemblem und Hundehilfe Mariechen-Logo wechseln für gerade mal 15 € den Besitzer. Ein tierlieber Schneider mit Talent und Herz hat die schönen, tannengrünen Leinen gefertigt und seine Arbeitszeit gespendet. Die Leinen sind 1,5 m lang und robust. Die schicke Leine ist ein Statement für den Tierschutz, mit dem Sie Flagge bekennen. Oder eben einfach Gassi gehen. Bei Wind und Wetter. Und nebenbei mit dem Kauf einer Leine Gutes tun. Kurzum die Leine ist das Must-Have für den Vierbeiner. Vom Trendsetter bis zum stilsicheren Dackel – mit der Hundehilfe Mariechen Leine liegen Sie garantiert richtig.

Eine gute (Bastel)Fee hat uns angeboten, DIN A4- Kalender mit Bildern glücklicher und noch wartender Mariechenhunde zu basteln. Ein Kalender käme auf rund 10,-€ inklusive Versand. Highlight: als Kalenderkäufer können Sie ein Foto von Ihrem Mariechenschatz beisteuern, indem Sie es der Bestellung – mit der Bitte um Verwendung im Kalender – ergänzen. Die Frau hinter den hübschen Kalendern ist so lieb, die Produktionskosten der ersten 25 Kalender komplett zu übernehmen – das heißt für einen Kalender haben Sie etwas Schönes im Wohnzimmer und obendrein 2 Tage einem armen Hund die Existenz gesichert. Wenn das mal keine guten Gründe sind?

Schreiben Sie uns eine Nachricht, wenn Sie Interesse an Kalendern oder Hundeleinen haben. Wir brauchen die Bestellmenge und Adresse und geben Ihnen Bescheid, ob noch Leinen da sind. Wenn ja, nennen wir Ihnen das Konto für die Überweisung und sobald das Geld da ist, macht sich Ihre Leine auf den Weg zu Ihnen. So einfach und schön kann Tierschutz sein.

Der komplette Erlös wird – wie immer – unserer Schützlinge in Italien zugute kommen.

Wie gefährlich ist Leishmaniose?

Wie gefährlich ist Leishmaniose?

Immer mehr Hundebesitzer haben schon einmal von „Leishmaniose“ gehört. Einige haben sogar einen Hund, der „Leishmaniose-positiv“ ist. Und manche fragen sich, ob sie es riskieren sollen, einen Hund mit dieser Infektion bei sich aufzunehmen. Welche Chancen hat ein infizierter Hund? Könnte sich ein gesunder Hund bei einem infizierten Artgenossen anstecken? Oder könnte ein Leishmaniose-positiver Hund die Erreger auf Menschen übertragen? Hundehilfe Mariechen klärte diese Fragen mit Dr. Shiela Guzik, Tierärztin in Brilon

  • Mit der Klimaerwärmung und dem „Import“ infizierter Hunde soll sich die Sandmücke – sie ist der Überträger der Parasiten – und somit die Leishmaniose immer mehr auch in Deutschland ausbreiten. Was halten Sie von dieser Behauptung?

Das ist nicht ganz abwegig, wenn auch die Zusammenhänge immer wieder sehr reißerisch formuliert werden. Man schätzt, dass mittlerweile rund 100.000 Leishmaniose-positive Hunde in Deutschland leben. Und es ist tatsächlich möglich, dass ein Leishmaniose-positiver Hund die Erreger auf gesunde, also nicht-infizierte Artgenossen übertragen kann. Es gab sogar einen Fall in Deutschland, wo ein definitiv nicht befallener Hund nach einer Beißerei mit einem Leishmaniose-positiven Hund diese Infektion bekommen hat.

  • Es ist also nicht nur die Sandmücke der Überträger der Parasiten?

Der häufigste Übertragungsweg vollzieht sich über den Stich einer Sandmücke. Wenn sie bei einem infizierten Hund Blut gesaugt hat und danach sofort den nächsten Hund sticht, wird dieser aber nicht gleich infiziert, weil der Parasit mindestens fünf bis acht Tage braucht, um bestimmte Entwicklungsstadien zu durchlaufen und wieder die infektiöse Form für den Hund bzw. auch für den Menschen anzunehmen.

  • Leben denn in Deutschland schon so viele Sandmücken, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, von so einem Insekt gestochen zu werden?

Nein, noch ist die Wärme liebende Sandmücke bei uns nicht sehr verbreitet. Aber es hat sich im Laufe der letzten Jahre gezeigt, dass es noch andere Übertragungswege gibt, z. B. durch den Deckakt über das Sperma oder vom Muttertier per gemeinsamem Blutkreislauf auf die ungeborenen Welpen. Wird eine Leishmaniose-positive Hündin trächtig, werden bis zu 75% ihrer Welpen schon im Mutterleib angesteckt. Deshalb plädieren wir Tierärzte sehr dafür, Leishmaniose-positive Hündinnen zu kastrieren, was natürlich für infizierte Rüden gleichermaßen gilt. Hat der Hund bereits Symptome, kann auch eine Übertragung über Speichel, – Bindehaut-Sekret oder Urin erfolgen.

  • Wo in Deutschland wurde die Sandmücke gesichtet?

Regional begrenzt – beispielsweise in Baden-Württemberg entlang des Rheingrabens sowie in Rheinland-Pfalz im Raum Kaiserslautern und Saarbrücken. Die Sandmücken sind hier nicht eingeschleppt, sondern es handelt sich um natürliche Populationen. In der genannten Region in Rheinland-Pfalz wurden auch schon einige Fälle von Leishmaniose bei Hunden festgestellt, die nicht aus dem Ausland kamen und auch niemals dorthin verreist waren. Auch sonst gab es keinen anderen möglichen Infektionsweg als den Stich der Sandmücke. Ich denke, dass sich die Sandmücken – wie ja auch beispielsweise die Zecken – im Zuge der Klimaerwärmung immer weiter auch in Richtung Norden ausbreiten werden. Ein gewisser Prozentsatz der Sandmücken ist Träger bzw. Überträger der Leishmanien – und somit wird eine Spirale mit zunehmenden Leishmaniose-Fällen entstehen.

  • Welche Symptome sind typisch für eine Leishmaniose?

Die Leishmanien können Haut, Schleimhaut oder Organe schädigen. Hunde haben meist  Mischformen, d. h., es sind sowohl die inneren Organe als auch die Haut betroffen. Fast nie treten alle Symptome gemeinsam auf, so dass es oft nicht einfach ist, Leishmaniose zu erkennen. Dies umso mehr, als die Zeit zwischen dem verhängnisvollen Insektenstich und den ersten Symptomen (Inkubationszeit) einige Monate bis zu sieben Jahre betragen kann. Lymphknotenschwellungen, Durchfall, allgemeine Trägheit, Gewichtsverlust, Zahnfleisch- und Nasenbluten, Haarausfall, blutige oder schuppende Ekzeme vor allem an den Ohren, im Gesicht, an Gelenken und über Knochenvorsprüngen sind Hinweise. Aber auch auffallend starkes Krallenwachstum oder Veränderungen an den Ballen können ein Zeichen für Leishmaniose sein. Hinweisende Symptome sind z. B. Haarverlust um die Augen herum und Veränderungen der Ohrränder sowie offene Wunden, ohne dass es zu Verletzungen gekommen wäre.

  • Unter welchen Umständen besteht eine Ansteckungsgefahr für den Menschen?

Wenn der Leishmaniose-positive Hund offene Wunden oder Geschwüre hat und mit einem Menschen in Kontakt kommt, der ebenfalls eine offene Hautstelle beispielsweise durch eine Verletzung hat, ist theoretisch eine Übertragung möglich. Die geschieht aber natürlich nicht über die Luft, sondern ausschließlich durch den direkten Kontakt der wunden Stellen von Hund und Mensch.

  • Es gibt Tierärzte, die angesichts eines Leishmaniose-positiven Hundes sagen: „So einen Hund würde ich einschläfern!“ Wie stehen Sie dazu?

Es gibt zu Leishmaniose viele Meinungen. Manche dramatisieren, andere bagatellisieren. Einige meiner Kolleginnen und Kollegen sind der Auffassung, dass sogar Hunde, die einen ganz niedrigen Titer und keinerlei Symptome haben, nicht ins Land gebracht werden dürften. Die wünschen sich ein regelrechtes Verbot. Wurde der Hund schon ins Land gebracht und stellt man dann erst die Infektion fest, sollte er auf der Stelle euthanasiert werden. Diese Haltung verurteile ich sehr! Ich sehe mir die einzelnen Fälle genau an. Man sollte es sich jedoch gut überlegen, ob man einen solchen Hund aufnehmen möchte, insbesondere, wenn sein neues Zuhause ein Mehrhunde-Haushalt ist und sich darunter vielleicht ein älterer, chronisch kranker Hund befindet, dessen Immunsystem nicht mehr richtig arbeiten kann. Dasselbe gilt natürlich, wenn Menschen mit unzureichender Immunkompetenz im Haushalt leben wie sehr kleine Kinder oder Betagte, die gebrechlich und krank sind. Vorsicht ist also geboten – daran gibt es nichts zu deuteln.

  • Sie haben auch die Bagatellisierung des Problems angesprochen. Was verstehen Sie in diesem Zusammenhang unter einer Bagatellisierung?

Bagatellisierungen kommen meistens von Laien. Man kann Aussagen lesen wie „Das wird doch alles aufgebauscht!“, „Das ist gar nicht schlimm!“ oder „Das müssen Sie gar nicht behandeln!“ In vielen Foren oder in sozialen Netzwerken findet man Kommentare wie „Es ist noch nie eine Übertragung von Hund zu Hund vorgekommen, geschweige denn von Hund zu Mensch!“. Das ist schlicht und einfach Unsinn bzw. die Unwahrheit. Das darf man nicht im Raum stehen lassen, auch wenn das Risiko sicherlich nicht groß ist. Aber auch ein so genanntes Restrisiko ist letztlich ein Risiko, das man nicht verschweigen darf. Es ist auch niemandem geholfen, wenn man irgendetwas beschönigt. Die infizierten Tiere bedürfen einer Behandlung, denn wir haben es mit einer chronischen Erkrankung zu tun, die schwere Formen annehmen kann und nach heutigem Kenntnisstand nicht heilbar ist.

  • Was ist mit den Hunden, die zwar laut Blutuntersuchung „positiv“ sind, aber nie Symptome bekommen?

Bei diesen Hunden arbeitet das Immunsystem so gut, dass es den Erreger so weit in Schach halten kann, sodass die Erkrankung niemals ausbricht. Diese Hunde haben meist einen sehr niedrigen Antikörpertiter, der mit der Zeit auch verschwinden kann. Aber das heißt nicht, dass der Hund komplett frei bzw. geheilt ist. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass die Erreger im Körper bleiben. Leishmanien verstecken sich in bestimmten Zellen, beispielsweise des Knochenmarks.  

  • Ist das Ansteckungsrisiko gering, wenn der „positive“ Hund keine Symptome hat?   

Genau! Das Ansteckungsrisiko ist dann sogar sehr gering. Beim normalen Hund-Hund-Kontakt ebenso wie beim normalen Mensch-Hund-Kontakt muss man sich dann nicht den Kopf zerbrechen. Da reichen die bekannten Hygieneregeln wie Hände waschen usw.

  • Die meisten „positiven“ Hunde werden mit dem Wirkstoff Allopurinol behandelt. Wie teuer sind diese Medikamente?

Das Allopurinol, das übrigens keine nennenswerten Nebenwirkungen hat, wird in Tablettenform zweimal täglich verabreicht, meist für längere Zeit. Das ist ein sehr preisgünstiges Medikament. Für einen 20-Kilo-Hund zum Beispiel entstehen Kosten in Höhe von zirka fünf Euro pro Monat. Wenn der Hund außer Allopurinol noch etwas anderes braucht, weil deutlichere Symptome auftreten oder der Antikörpertiter sehr hoch ist, verwendet man entweder Milteforan oder Glucantime. Mit Glucantime wären es für einen 20-Kilo-Hund bei vierwöchiger Behandlung etwa 110 Euro. Wenn man Milteforan verwendet, kommt man auf  200 Euro. Allerdings entscheidet über den Preis auch die Einkaufsquelle. Die Medikamente sind in Deutschland nicht zugelassen, also muss man sie über eine internationale Apotheke bestellen genau wie das Carbesia gegen Babesiose. Aber das sind keine dauerhaften Kosten, denn Milteforan oder Glucantime setzt man über vier Wochen ein und beurteilt dann den Therapieerfolg. Über längere Zeit wird nur das Allopurinol eingesetzt.

  • Was bewirkt Allopurinol im Körper?

Allopurinol tötet die Leishmanien nicht ab, sondern sorgt dafür, dass sie sich nicht weiterentwickeln bzw. vermehren können. Milteforan und Glucantime wirken leishmanizid, sprich: sie töten die Erreger ab. Was aber eben leider keine den Erreger komplett eliminierende Wirkung hat. Man kann aber die Erregerlast – so nennen wir das – deutlich senken.

  • Man kann also auch das Allopurinol nie absetzen, weil ja immer irgendwo noch Erreger unterwegs sind?

Es gibt Hunde, die keine Symptome und einen niedrigen Antikörper-Titer haben. Das bedeutet in Abhängigkeit von dem verwendeten Testsystem in Zahlen z. B. einen Titer von 1:50 bis 1:100 im so genannten IFAT-Test oder 7-15 im ELISA-Test. Von hohen Titern sprechen wir bei Werten über 1:800 bzw. über 45. Bei Hunden mit einem niedrigen Titer kann man in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt bzw. der Tierärztin nach einer gewissen Zeit oft zu einer Intervallbehandlung übergehen. Also beispielsweise so: Nur in den ersten sieben Tagen des Monats bekommt der Hund Allopurinol. Es ist übrigens ratsam, Allopurinol nicht länger als zwei bis drei Jahre ununterbrochen zu geben. Es ist zwar durchaus gut verträglich, kann aber eine Harnsteinbildung fördern. Die meisten Hunde vertragen das Medikament sehr gut, insbesondere wenn man bei der Ernährung darauf achtet, dass sie purinarm und insgesamt etwas proteinreduziert zusammengesetzt ist. Das vermindert das Risiko der Kristallbildung in den ableitenden Harnwegen.

  • Wie oft sollte der Hund tierärztlich untersucht werden und was wird dabei untersucht?

Anfangs würde ich eine vierteljährliche Kontrolle empfehlen, später kann man zu halbjährlichen Terminen übergehen. Ich rate dazu, nicht nur den Antikörper-Titer bestimmen zu lassen, sondern immer ein großes Blutbild mit einer Elektrophorese zu erbitten, damit man sieht, wie es um die Antikörper bestellt ist bzw. wie es um einzelne Eiweißkörper steht. Die Elektrophorese ist sehr häufig bei Entzündungen verändert, aber auch zum Beispiel bei Nierenproblemen, die noch im Verborgenen geschehen. Das funktionsfähige Gewebe der Niere kann bis auf ein Drittel zusammenschrumpfen, bevor man dem Hund etwas anmerkt. Auch zu einer Harnuntersuchung rate ich. Beispielsweise zeigt der Protein/Kreatinin-Quotient, UPC abgekürzt, an, ob die Nierenfunktion normal ist.

  • Allein mit der Bestimmung des Antikörper-Titers sollte man sich also nicht zufrieden geben?

Das Problem mit den Antikörpern ist ja, dass sie erst auf den Plan gerufen werden, wenn es eine bestimmte Richtung gibt in der Immunantwort, nämlich die so genannte Th2-vermittelte Immunantwort. Solange die Th1-vermittelte Immunantwort auf der zellulären Ebene vorherrscht, werden noch keine Antikörper gebildet, es kann sich aber schon etwas im Körper abspielen. Der Hund kann infiziert sein, man merkt es aber nicht, weil keine Antikörper da sind. Deshalb wird oft der direkte Erregernachweis empfohlen mittels PCR, also Polymerase-Kettenreaktion, und zwar aus Proben von Lymphknoten, Milz, Knochenmark, Konjunktivalabstrich, Urin oder Maulhöhle. Es gibt unterschiedliche Standpunkte darüber, wo sich die Erreger anreichern. Manche raten sogar zu regelmäßigen Erregernachweisen. Das bedeutet jedes Mal eine Biopsie. Wenn es um meinen Hund ginge, würde ich es nicht machen, denn ich halte es für viel zu stressig für das arme Tier. Und ich wüsste nicht, ob der Nutzen wirklich das Risiko einer potenziellen Reaktivierung durch den Stress übersteigt. Ich würde diese Untersuchungsmethode jedenfalls nicht als Routine-Kontrolle ansehen wollen.

  • Reicht also im Grund normalerweise der so genannte Mittelmeertest?

Durchaus. Wichtig zu wissen ist, dass die Leishmaniose häufig in Kombination mit anderen Infektionen auftritt, in der Regel mit Ehrlichiose, aber auch mit Babesiose und weiteren Infektionen. Oftmals besteht zuerst die Ehrlichiose – und die scheint einen Hund zu prädisponieren, dass er sich die Leishmanien „einfängt“ bzw. nicht so gut damit fertig wird. Deshalb ist es wichtig, dass man auch die Begleitinfektionen angeht, die ja ganz anders behandelt werden müssen. Wenn ein Hund einen relativ niedrigen Titer hat und trotzdem so vor sich hinkrepelt, muss man nachsehen, ob das Immunsystem sich noch mit anderen Dingen herumschlägt.  

  • Sollte man jeden Hund, den man aus dem Mittelmeerraum mitgebracht bzw. bekommen hat, bald untersuchen lassen?

Ja, dazu würde ich raten. Nach einigen Monaten sollte man noch einmal den so genannten Mittelmeer-Test wiederholen. Und zwar dann eben wirklich auf das gesamte Spektrum. Empfohlen von der ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) sind Tests auf Leishmaniose, Dirofilariose (Herzwurm), Babesiose und Ehrlichiose. Ich würde auf jeden Fall noch die Anaplasmose und Hepatozoonose dazunehmen, wenn man wirklich nichts übersehen will.

  • Warum gibt es so unterschiedliche Verläufe? Manche Hunde werden quietschvergnügt „uralt“ mit dieser Infektion, andere sind trotz intensiver veterinärmedizinischer Betreuung nicht zu retten.

Primär liegt das wie gesagt an dem Immunsystem des betreffenden Hundes. Es sind immer die Fragen: Wie lange hat das Tier das schon? Was ist bereits an Schäden gesetzt worden, die vielleicht nicht mehr reparabel sind, insbesondere im Bereich der Niere? Inwieweit kann eine Therapie etwas bringen? Wenn eine Leishmaniose ausbricht und sich die erwähnten Symptome ausprägen, führt die Erkrankung unbehandelt oft binnen sechs bis zwölf Monaten zum Tod. Bis dahin zeigen sich katastrophale Zustandsbilder.

  • Gibt es denn für diese Tiere irgendeine Aussicht auf Rettung?

Vereinzelt gibt es mal ein Wunder, so möchte ich sagen. Ich habe einige Fälle mitverfolgt, wo die Tiere vollkommen kahl, übersät von blutigen Stellen und bereits durch organische Störungen geschwächt waren, die sich aber durch eine intensivmedizinische Betreuung wieder berappelt haben. Das waren Tiere, für die ich – wären Sie auf meinen Behandlungstisch gekommen – nur noch einen Weg gewusst hätte, nämlich sie so schnell wie möglich zu erlösen. Aber es gibt immer wieder Tierschützer, die sich dieser Tierchen erbarmen und weder Kosten noch Mühen scheuen. Teilweise haben sich diese Hunde ganz wunderbar erholt und sahen regelrecht gesund aus mit ihrem dichten Fell. Seither denke ich: Man darf die Hoffnung nicht so schnell aufgeben. Allerdings muss man auch sehen: Eine solche intensivmedizinische Therapie kostet eine enorme Summe, die erst mal aufgebracht werden muss. Letztlich ist aber diese Botschaft wichtig: Wenn die Tiere einen Überlebenswillen haben und in ein umsorgendes Umfeld kommen, ist einiges möglich! Leishmaniose ist nicht von Vornherein ein Todesurteil, selbst bei den Schwerst-Erkrankten nicht. Vorhersagen lässt sich allerdings nichts.

  • Stimmt es also, dass ein ruhiges, strukturiertes Zuhause einem Leishmaniose-positiven Hund helfen kann, mit der Infektion gut klarzukommen? Stärken also die sprichwörtlichen „guten Hände“ das Immunsystem?

Ja, das ist sogar das A und O! Zusätzlich zur medikamentösen Therapie versteht sich. Denn die Psyche des Hundes entscheidet stark mit, wie das Immunsystem aufgestellt ist. Alles, was Stress verursacht, behindert Heilung. Auch Unterernährung, Kälte und Monotonie, wie sie oft in Auffangstationen und Caniles herrschen, dämpfen das Immunsystem. Eine meiner Patientinnen, eine kleine zuckersüße Hündin aus Spanien, die auch Leishmaniose mitgebracht hatte, war in ein sehr liebes, ruhiges Zuhause mit regelmäßigen Abläufen gekommen. Aber diese Hündin blieb leider extrem ängstlich. Sie hat draußen nur gezittert und regelrecht geschlottert. Wir haben alles Mögliche versucht, u. a. mit Bach-Blüten und mit pflanzlichen Beruhigungsmitteln, aber sie war von Grund auf verstört. Wir haben sie über einige Jahre begleitet, jedoch die Leishmaniose nicht in den Griff bekommen. Sie hatte nie Phasen, in der man sagen konnte, einen gesunden Hund vor sich zu haben. Sie blieb ein kränkliches Wesen und letztendlich musste ich sie wegen eines Nierenversagens erlösen. Ihren unveränderbar kränklichen Zustand habe ich in großem Maß darauf zurückgeführt, dass sie innerlich nie zur Ruhe gekommen ist. Sie lebte mit einem inneren Dauerstresspegel. Wenn sie nicht zu diesen fürsorglichen Menschen gekommen wäre, hätte sie sicher nur noch ganz wenig Zeit gehabt.

  • Millionen von Menschen leben im Mittelmeerraum und weitere Millionen verbringen alljährlich ihren Urlaub dort. Wird denn niemand von der Sandmücke gestochen? Sind sie alle immun?  

Ganz und gar nicht! Grundsätzlich sind alle Menschen empfänglich. Aber die meisten, die über ein gutes Immunsystem verfügen, stecken das relativ gut weg. Außerdem tritt die Infektion nicht zeitnah nach dem Stich auf, sondern meistens Monate später. Das kann sich in Form eines Hautknötchens zeigen, das sich entzündet und mit dem man auch eine Weile zu tun hat. Aber wer bringt das mit dem Urlaub in Verbindung, wenn der Monate her ist?

  • Spürt man denn den Stich der Sandmücke nicht?

Der Stich tut weh, aber diese Mücken stechen nachts. Und im Schlaf spüren wir diesen Einstichschmerz eher wenig bzw. wir wachen davon nicht auf. Außerdem hört man diese Mücke – ganz im Gegensatz zu unserer einheimischen Mücke – nicht. Sie ist lautlos. Dann hat man vielleicht eine kleine juckende Stelle, aber darüber denkt man nicht tagelang nach. Hinzu kommt: Welcher Allgemein-Mediziner hat die Leishmaniose im Hinterkopf, wenn sich ein Patient nicht wohl fühlt? Das Problem ist, dass die Erkrankung viele Gesichter haben kann.

  • Dann muss die Frage erlaubt sein, ob nicht auch die Urlauber bzw. alle Reisenden für die Verbreitung der Leishmaniose sorgen – und eben nicht nur die Hunde, die aus dem Süden zu uns kommen.

Ja, das ist ein berechtigter Gedanke. Touristen könnten zudem die Sandmücke oder ihre Larven im Gepäck mitbringen. Leishmaniose-Infektionen nehmen zu, es sind weltweit schon zwölf Millionen Menschen infiziert, denn diese Erkrankung ist ja nicht nur auf den Mittelmeerraum beschränkt.

  • Es wäre doch mal interessant, sich selbst testen zu lassen. Könnte es sein, dass der Arzt bzw. das Labor da etwas findet?

Aber natürlich kann das sein. Wobei man berücksichtigen muss, dass die Antikörper, die sich ja erst einige Wochen nach dem Kontakt mit dem Erreger bilden, einen höchsten Wert im Blut erreichen und dann wieder abfallen. So kann es sein, dass sechs Monate nach der Infektion keine Antikörper nachweisbar sind. Was aber nicht bedeutet, dass man keine Leishmanien im Körper hat.

  • Haben wir es in Europa unserem guten Ernährungs- und Gesundheitsstatus, unserem hohen Lebensstandard und damit einem stabilen Immunsystem zu verdanken, dass wir unsere eventuellen Leishmaniose-Infektionen nicht zu spüren bekommen?

Richtig! In Indien und Südamerika beispielsweise gibt es sehr schwerwiegende Krankheitsverläufe, die die Menschen regelrecht entstellen. Wichtig ist auch, um welche Art der Leishmanien es sich handelt. Im Mittelmeerraum überwiegt Leishmania infantum.

  • Was sollte man zur Prophylaxe tun, wenn man in die Mittelmeerregionen reist – ob nun mit oder ohne seinen Hund?

Das sind ganz einfache Maßnahmen: In der Dämmerung nicht ohne Mückenschutz unterwegs sein und nicht auf normale Moskitonetze vertrauen, denn die Sandmücke ist so winzig, dass sie durch die Maschen passt. Wenn der Hund mitreist, sollte er ein Insektenschutz-Halsband tragen oder regelmäßig alle 14 Tage ein Spot-on bekommen. Und natürlich nachts nicht draußen schlafen müssen …

Bitte beachten Sie, dass diese Informationen den persönlichen fachlichen Rat nicht ersetzen können!

Liebe auf den zweiten Blick – der Segugio maremmano

Zugegeben, als vor 7 Jahren eine entzückende 15 Wochen alte Mischlingshündin der Rasse Segugio italiano a pelo raso (übersetzt: kurzhaariger Italienischer Laufhund) in der Farbgebung schwarz-loh bei uns einzog, war es um die ganze Familie geschehen: Weit und breit gab es keinen schöneren, eleganteren, liebenswürdigeren, intelligenteren, sportlicheren und witzigeren Hund als unseren! Fortan waren wir überzeugte Fans dieser alten italienischen Jagdhunderasse, die außerhalb Italiens so gut wie nicht bekannt ist. Wir lernten zwar irgendwann, dass es den Segugio italiano auch noch in einer rauhaarigen Variante (a pelo forte) und als hellbraunen Farbschlag gibt, aber vollkommen ahnungslos waren wir, als wir Anfang 2017 gefragt wurden, ob wir eine 6jährige Segugio maremmano-Hündin als Pflegehund aufnehmen könnten.

Segugio maremmano? Zuerst dachten wir an eine Kreuzung aus Segugio italiano und dem großen weißen Herdenschutzhund Maremmano. Aber weit gefehlt. Der Segugio maremmano ist ein vor allem in der Toskana verbreiteter Schlag des Segugio italiano und hierzulande noch unbekannter als dieser. Auch bei ihm gibt es die kurz- und rauhaarige Variante und mehrere Farbschläge: Vorherrschend ist die gestromte und bei jedem Hund einzigartige Zeichnung, die an Hunderassen wie Boxer und Bardino, aber mitunter auch – was manche Menschen irritieren mag – an Bullterrier u.a. Molosserartige erinnert. Daneben gibt es auch rotblonde Hunde und solche mit schwarzen Abzeichen. Bei allen können weiße Stellen v.a. an Stirn, Hals, Brust und Beinen auftreten. Im Gegensatz zu dem schlanken und hochbeinigen Segugio italiano ist der Segugio maremmano eher kompakt und stämmig gebaut. Mit einer Schulterhöhe von 45 bis 54 cm und einem Gewicht von 13 – 23 kg hat aber auch er die perfekte Größe für Aktivitäten aller Art, wie zum Beispiel Apportierspiele, Fährtentraining oder auch einfach nur lange Wanderungen.

Leider besticht der Segugio maremmano die meisten Menschen nicht auf den ersten Blick durch sein Äußeres. Dies liegt möglicherweise auch daran, dass die Rute dieser Hunde in den allermeisten Fällen kupiert wird – manchmal so extrem, dass der Rest kaum noch als Stummel bezeichnet werden kann. Dadurch wirkt der Rumpf oft unförmig. Uns erging es anfangs nicht anders. Unsere Pflegehündin als hübsch zu bezeichnen, wäre uns erst einmal nicht so ohne Weiteres in den Sinn gekommen. Die Schönheit dieser Hunderasse erschließt sich tatsächlich oft erst nach einer gewissen Zeit – die aparte Zeichnung, die jeden Hund zum Unikat macht, die sanften braunen Augen, das weiche Fell – all das in Verbindung mit dem wunderbaren Charakter dieser Hunde verändert nachhaltig die Sichtweise auf diese völlig verkannte und von manchen Menschen als eher unscheinbar empfundene Hunderasse.

Der Segugio maremmano zeichnet sich durch sein freundliches, sanftes, anhängliches und sensibles Wesen aus. Er ist sehr intelligent und geht eine innige Bindung zu seiner Bezugsperson ein, was ihn zu einem gut erziehbaren Begleiter macht. Da die meisten dieser Hunde in ihrem vorherigen Leben jagdlich geführt wurden, müssen sie am Anfang im neuen Zuhause unbedingt an der Leine bzw. Schleppleine bleiben. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass sie nach einiger Zeit gut abrufbar sind und in wildarmem Gebiet auch frei laufen können. Es sind aktive und sportliche Hunde, für die gemeinsame Unternehmungen mit ihren Besitzern das Größte sind, ganz egal, ob es sich dabei um ausgedehnte Spaziergänge, Fahrradfahren, Apportiertraining, Agility, Fährtensuche oder Mantrailing handelt. Im Haus dagegen sind Segugi sehr ruhig und ausgeglichen, und sie schätzen ein weiches Körbchen oder einen gemütlichen Sofaplatz, auf dem sie sich an ihren Menschen kuscheln können.

Da der Segugio maremmano oft in der Meute gehalten wird, ist er i.d.R. sehr sozialverträglich mit anderen Hunden und eignet sich daher hervorragend für einen Mehrhundehaushalt. Auch mit anderen Tieren kann er oft vergesellschaftet werden. Damit ist er der ideale Familienhund, und es wäre den vielen Segugi, die das Glück haben, von Tierschutzorganisationen gerettet zu werden, zu wünschen, dass sie eine Familie finden, in der sie ihre tollen Eigenschaften entfalten können!

L‘ inverno caldo – Wärme für frierende Hunde

Helfen Sie mit!

Aktion L’inverno caldo oder Gemeinsam Hunde(-Seelen) wärmen

Gibt es etwas Schöneres, als nach einem ausgedehnten Winter-Spaziergang nach Hause zu kommen, sich mit einer Tasse Tee und ein paar Plätzchen aufs Sofa zu kuscheln und zuzusehen, wie einem wohlig müden Hund die Augen schon im Sitzen zufallen? Und später seinen tiefen Atemzügen oder seinem vertrauensvollen Schnarchen zuzuhören …   Was schenkt mehr Behaglichkeit und inneren Frieden?

Wir alle wissen, dass es viele Hunde gibt, die noch nie ein geheiztes Zimmer betreten haben, geschweige denn eng angeschmiegt an ihren Menschen auf einem Sofa liegen durften. Dieser Gedanke tut vielen Menschen weh. So auch einer anonymen Spenderin, die mit sage und schreibe 2000 Euro ein Zeichen gegen diesen Schmerz setzen wollte und mit der großartigen Summe für ein halbes Jahr zwei warme Plätze in der Hundepension Gli Amici di Argo in Arezzo gebucht hat. Wir von Hundehilfe Mariechen durften bestimmen, welche Hunde hier einziehen sollen.

Unsere Wahl fiel auf sechs Setter-Welpen. Sechs? Ja, Sie lesen richtig! Dieses mathematische Kunststück ist der Pensionsleiterin Donatella und ihrer Herzensgüte zu verdanken. Sie stellte kurzerhand folgende Rechnung auf: „3 kleine Hunde = 1 großer Hund“. Donatella könnte die Pensionsplätze deutlich lukrativer an italienische Hundebesitzer bzw. deren Vierbeiner vergeben. Die Plätze sind begehrt, und gerade über Weihnachten ist sonst alles ausgebucht, denn auch italienische Familien wollen in dieser Zeit verreisen, und viele suchen jetzt nach einer Betreuung für ihre Lieblinge.

Donatella verzichtet großzügig auf etliche Einnahmen, um uns bzw. den Hunden, die noch kein Zuhause gefunden haben, zur Seite zu stehen. Die Generosität von Donatella und die gigantische anonyme Spende haben uns umgehauen – und beflügelt, das Projekt L’inverno caldo (= der warme Winter) ins Leben zu rufen, eine Kooperation zwischen der Pension Gli Amici di Argo und Hundehilfe Mariechen.

Bitte helfen Sie uns dabei, weitere Pensionsplätze zu buchen! Jeder Betrag ist willkommen! Es kostet 150 Euro, einen Hund einen Monat lang in dieser umsorgenden Pension gut durch den Winter zu bringen. Wir wollen es schaffen, vor allem älteren und mageren Hunden, die extrem unter der Kälte leiden, einen warmen Winter zu schenken. Die Gegend um Arezzo ist neben der Region um Pistoia das kälteste Gebiet der Toskana.

Lassen Sie uns gemeinsam Hunde(-Seelen) wärmen!

 

Kontakt:

Diana Vogt
erreichbar: ab 18 Uhr
Festnetz: 0931/4174361
Mobil: 015904129461

Weihnachtsaktion

Weihnachten im Schuhkarton

Die Läden quellen seit Wochen von Lebkuchen, Spekulatius und Weihnachtsmännern über, im Radio laufen die alljährlichen, vermeintlich unentbehrlichen Hits hoch und runter und der ein oder andere beschäftigt sich schon mit dem Basteln eines Adventskalenders für die Kinder oder ist auf der Suche nach Geschenken. Unbestritten, Weihnachten rückt täglich näher, der Sommer hat sich erst nicht so recht verabschieden wollen, hat dem Herbst nun aber endgültig Platz gemacht. Die Tage werden kürzer und kälter, das Leben wird beinahe vollständig nach drinnen verschoben und wenn man schon raus muss, dann aber mit der dicksten Jacke, die der Schrank hergibt und dutzenden von Schals, Handschuhen und Mützen. In der Vorweihnachtszeit ist das Entschleunigen des Alltags für viele Menschen ein erklärtes Ziel. Sie trotzen der Hektik und schlendern gemütlich über Weihnachtsmärkte, sie schaffen sich freie Zeit, um Plätzchen zu backen und genießen die Zeit mit der Familie.

Auch in diesem Jahr wollen wir in der besinnlichen Vorweihnachtszeit, die für so viele Menschen für Liebe und Zusammensein steht, an all die Hunde und Katzen erinnern, die im italienischen Tierheim sitzen und sich nichts sehnlicher als ein eigenes Zuhause wünschen. Viele von ihnen hatten bisher kein schönes Leben, wurden fern ihrer Besitzer gehalten und waren mehr Werkzeug als Lebewesen. Im Tierheim erfahren sie zum ersten Mal Liebe, werden regelmäßig gefüttert, gestreichelt und tierärztlich versorgt. Was für uns selbstverständlich zum Leben eines Hundes dazugehört, wie Spaziergänge, Nähe und Kuschelstunden, ist den armen VIerbeinern fremd. Sie wissen womöglich gar nicht, was das bedeutet: ein Zuhause zu haben. Im Tierheim blühen viele von ihnen auf und legen ihre Scheu ab, andere geben sich langsam auf, weil ihnen der intensive Kontakt zum Menschen fehlt, der trotz aller Fürsorge der Tierpfleger bei der Menge an Hunden im Tierheim nicht möglich ist.

Der Winter in Italien ist eisig kalt, die Winde heimtückisch. So zieht die Kälte durch die Zwinger und lässt die Hunde zittern. Gerade kranke oder Hunde mit kurzem Fell haben im Winter ganz schön zu kämpfen. Älteren Hunden schmerzen die Knochen, außerdem steigt das Risiko zu erkranken bei dem nasskalten Wetter drastisch an.

Wir haben einen Wunschzettel mit all denen Dingen, die den Vierbeinern die Zeit des Wartens auf die richtigen Menschen versüßen, erstellt.
– Hundebetten / -körbchen, Decken, Handtücher
– Hundefutter, Kauknochen, Leckerchen
– Näpfe
– Spielzeug für Hunde / Welpen
– Leinen, Halsbänder, (Sicherheits-)Geschirre
– Desinfektionsmittel, Verbandsmaterial, auch abgelaufenes
– Wurmkuren, Flohshampoo, Zeckenschutzhalsbänder
– Katzenfutter, -bettchen, -spielzeug

Falls Sie den einen oder anderen Wunsch wahr werden lassen möchten, packen Sie doch ein kleines Päckchen, schreiben Sie uns gerne, welchen Vierbeiner Sie beschenken möchten und schicken Sie Ihr Paket bis zum 7. Dezember an:

Moni Barth
Paradeisstr. 8
97262 Hausen bei Würzburg

Helft uns. Gemeinsam schaffen wir es, die Hunde warm, satt und zufrieden durch den Winter zu bringen. Und wer weiß, vielleicht findet die eine oder andere Fellnase vor dem Winter noch ihr Zuhause.

Wir wünschen euch schon jetzt eine schöne Vorweihnachtszeit und ein frohes Fest!

Euer Team der Hundehilfe Mariechen

Haus in der Toskana

Nutze den günstigen Bauzins und sichere dir eine kleine Villa im Herzen der Toskana. Unsere Parzellen liegen im romantischen Arezzo und bieten den Hunden, die nicht vor dem Winter in ihr neues Zuhause ziehen können, einen warmen und trockenen Unterschlupf….

Villa Chiara deluxe mit Komfortzone schützt nicht nur gegen Nässe und Kälte – nein! Sie schützt auch gegen garstige Nordwinde und sorgt dabei für eine anheimelnde Atmosphäre.

An den Windfang schließt sich der kuschelige Wohnbereich mit fluffig-flauschiger Matratze samt Schmusedecke. Der Eingangsbereich ist von Profihand robust mit Kupferblech umfasst und bietet auch ruppigeren Bewohnern eine dauerhafte Bleibe. Der handverlegte Boden in stylischem Grauholzdesign ist optisch ansprechend und leicht zu reinigen. Der Boden ist gegen die eisige toskanische Kälte mit 4 cm dickem Styropor gedämmt. Da wird keine Blase mehr verkühlt und der Bauch bleibt gesund! Für die verwöhnte Fellnase von Welt besitzt die Villa Chiara eine dynamische Klappdachlüftung. Die sportlichen Standbeine sorgen für ein gutes Innenraumklima und streifenfreie Reinheit auch unter der Villa.

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NUR SOLANGE DER VORRAT REICHT & NUR BEI HUNDEHILFE MARIECHEN E.V.

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Die Preise beinhalten nur die Materialkosten. Den Arbeitsaufwand „spenden“ Ute und Gerd. Ein Riesendankeschön an die beiden, die in ihrer Freizeit für die Mariechen-Hunde hammermäßige Hütten bauen, die mit schönem Design, bester Funktionalität und qualitativer Verarbeitung glänzen.

Vielen Dank an alle Spender, die unseren Schützlingen mit ihrer Spende einen warmen Rückzug im Winter ermöglichen.

PS: Wir garantieren, dass unser Hundemodel Lou für alle Fotos freiweillig und unter Einhaltung der vertraglich zugesicherten Leckerliration posiert hat.

Wie Hund und Katz – wie Zusammenleben gelingt

Es gibt Hundeliebhaber, die keine Katzen mögen, und Katzenfreunde, die Hunden nichts abgewinnen können. Es gibt aber auch Menschen, die gerne mit Hunden und Katzen zusammenleben möchten. Damit dies gelingt, gilt es einige grundsätzliche Dinge zu beherzigen, denn von Natur aus sind Missverständnisse und Konflikte in der Kommunikation zwischen Hund und Katze vorprogrammiert. Einige Beispiele aus dem Verhaltensrepertoire unserer felligen Freunde:

  • Das Schnurren der gesunden Katze ist ein Ausdruck von Wohlbefinden. Ein katzenunerfahrener Hund kann dies allerdings als eine Art Knurren und damit als Warnsignal bzw. Bedrohung auffassen.

  • Ein hoch aufgerichteter Schwanz bedeutet bei der Katze meist eine positive Grundstimmung, z.B. wenn sie in Erwartung einer leckeren Mahlzeit ist oder ihren Menschen nach seiner Heimkehr begrüßt. Ein Hund mit steil aufgestellter Rute ist dagegen häufig angespannt und möglicherweise konfrontationsbereit.

  • Hingegen ist Schwanzwedeln beim entspannten Hund ein Zeichen für Freude und gute Laune. Bei der Katze hingegen ist es Ausdruck höchster Erregung, Verärgerung und Kampfbereitschaft.

Hier handelt es sich also eindeutig um vollkommen entgegengesetzte Ausdrucksformen. Zudem sind Hunde meist größer und kräftiger als Katzen (es gibt natürlich auch Ausnahmen!) und wirken dadurch auf diese von vornherein oftmals bedrohlich.

Es wird nur selten der Idealfall vorliegen, in dem Hund und Katze gemeinsam aufwachsen und von klein auf lernen, mit den Eigenheiten des anderen umzugehen und darüber hinaus freundschaftliche Bande zu knüpfen. Viel häufiger lebt entweder der eine oder die andere bereits mehr oder weniger lange glücklich mit seinem oder seinen Menschen zusammen, und nun zieht noch ein vierbeiniger Mitbewohner ein und stört die Harmonie. Dies kann schon eine Herausforderung darstellen, wenn es sich um ein Tier derselben Spezies handelt, wie viel größer ist sie manchmal, wenn es sich um einen Vertreter einer anderen Tierart handelt!

Erster und wichtigster Grundsatz: Man sollte alle Situationen vermeiden, in denen es zu Konflikten kommen kann bzw. muss! Ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen, ist es weitaus schwieriger und dauert sehr viel länger, die Dinge wieder ins Lot zu bringen. Manchmal klappt es auch gar nicht mehr und es bleibt nichts anderes übrig, als sich von einem Tier wieder zu trennen, was für alle Beteiligten äußerst traumatisch und traurig ist.

Zweiter Grundsatz: Geduld, Ruhe, Zeit, Verständnis, eine positive Grundeinstellung und Humor sind wesentliche Voraussetzungen für den Aufbau einer stabilen und freundschaftlichen Beziehung zwischen Hund und Katze. Verbissenes Erfolgsstreben ist ebenso fehl am Platze wie der Zwang, in einem bestimmten Zeitrahmen etwas erreichen zu müssen.

 

Aber wie stellt man es nun ganz praktisch an?

 

Betrachten wir die zwei möglichen Ausgangssituationen:

Situation 1: Es ist bereits eine Katze im Haus und nun soll ein Hund einziehen.

Situation 2: Es ist bereits ein Hund im Haus und nun soll eine Katze einziehen.

 

Situation 1: Ein Hund kommt ins Haus: Im besten Falle wurde im Vorfeld mit dem Hund bereits ein Katzentest durchgeführt, d.h. er wurde angeleint hundeerfahrenen Katzen vorgestellt. Solch ein Test ist nicht zu 100% aussagekräftig, da die Situation insbesondere für Hunde aus dem Tierschutz meist eher beängstigend ist, so dass sie sich lieber zurückhalten. Zeigt ein Hund hier bereits, dass er von Katzen absolut nichts hält, sollte man davon Abstand nehmen, ihn zu adoptieren!

Hat er den Test hingegen erfolgreich bestanden, also nicht versucht, den Katzen den Garaus zu machen, und soll er nun bei Ihnen einziehen, empfiehlt es sich, folgendermaßen vorzugehen:

  • Der Hund wird in den ersten Tagen bis Wochen niemals unangeleint und unbeaufsichtigt in einem Raum gelassen, in dem sich auch die Katze aufhält. Er muss immer zu 100% kontrollierbar sein. Vergessen Sie nicht, dass alles neu und fremd für ihn ist. Vielleicht hat er noch nie ein Haus von innen gesehen und muss sich auf unzählige Dinge einstellen. Dies kann selbst den ausgeglichensten Hund überwältigen. Geben Sie ihm Zeit anzukommen, sich mit allem vertraut zu machen und vor allen Dingen Sie kennen zu lernen.

  • In den ersten Tagen sollte es keine direkte Begegnung zwischen Hund und Katze geben. Ideal ist, wenn sich beide erst einmal in getrennten Teilen des Hauses aufhalten, so dass sie sich zwar riechen und hören, gegebenenfalls auch sehen können (z.B. durch eine Glastür, Gittertür oder ein Absperrgitter), aber keinesfalls direkt aufeinandertreffen. Man kann die Schlafdecken der Tiere austauschen, so dass sie sich mit dem Geruch des anderen vertraut machen können.

  • Beide Tiere müssen Rückzugsmöglichkeiten haben, in denen sie ungestört sind.

  • Begegnungen sollten positiv gestaltet werden, d.h. beide Tiere bekommen besondere Leckerlis oder werden bespielt, so dass mit dem Auftauchen des jeweils anderen die Erwartungshaltung verknüpft wird, dass etwas Tolles passiert.

  • Lassen Sie keine Konkurrenz um Futter oder andere Ressourcen aufkommen!

  • Das Tier, das schon länger mit Ihnen zusammenlebt, sollte besonders viel Aufmerksamkeit erhalten, um keine Eifersucht entstehen zu lassen. Nichtsdestotrotz kann eine Katze mit Unsauberkeit auf eine derart einschneidende Veränderung ihrer Lebensumstände reagieren. Dies ist ein Hilferuf und darf keinesfalls mit negativen Reaktionen von Ihrer Seite geahndet werden! In solch einem Fall, aber auch grundsätzlich, können folgende Maßnahmen unter Umständen hilfreich sein:

  • Feliway Verdampfer oder Spray: Durch katzeneigene Geruchsstoffe (Pheromone) mit beruhigender Wirkung wird der Stresspegel der Katze gesenkt.

  • Adaptil Verdampfer oder Halsband: Das auf demselben Prinzip basierende Pendant für Hunde.

  • Bachblüten und/oder Homöopathie: Fragen Sie eine komplementärmedizinisch erfahrene Tierärztin oder Tierverhaltenstherapeutin (bzw. einen Tierarzt oder Therapeuten) um Rat.

  • Überstürzen Sie nichts und lassen Sie sich viel Zeit, bevor Sie den Hund und die Katze sich erstmals beschnuppern lassen. Der Hund sollte dabei unbedingt angeleint sein – und vor allen Dingen: Erzwingen Sie den Kontakt nicht! Die Tiere sollen von sich aus aufeinander zugehen. Macht die Katze Anstalten, ihre Krallen auszufahren, trennen Sie beide Tiere sofort wieder.

 

Situation 2: Eine Katze kommt ins Haus: Im Grunde gilt Obiges genauso. Am besten richten Sie ein Zimmer ein, in dem die Katze die ersten Wochen verbringen und sich einleben kann. Erweitern Sie ihren Radius nach und nach. Auch hier sollte Ihr Hund der Katze anfangs nur angeleint begegnen.

Auch wenn die Eingewöhnung schließlich erfolgreich verlaufen ist, sollten Sie die beiden Tiere weiterhin über einen längeren Zeitraum nicht allein bzw. unbeaufsichtigt miteinander in einem Raum lassen. Je geduldiger und behutsamer Sie am Anfang vorgehen, umso größer wird Ihr Erfolg sein, und wer weiß? Eines Tages erwischen Sie Ihre Lieblinge vielleicht dabei, wie sie miteinander spielen oder einträchtig aneinander gekuschelt schlafen!

„Wer hat Angst vorm fremden Mann?“ oder „Von der Chance, mit einem Angsthund zu leben“

Einführung

Planen Sie, einen sogenannten „Angsthund“ aus dem Tierschutz zu adoptieren? Oder leben Sie bereits mit einem solchen zusammen und sind auf der Suche nach Wegen, wie Sie ihm und sich das Leben erleichtern können? Wechselt Ihre Stimmung im Hinblick auf Ihren Hund mehrmals täglich zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt, weil sich der vermeintliche Erfolg und Fortschritt urplötzlich in das genaue Gegenteil verkehrt? Keine Sorge, Sie stehen damit nicht alleine da. Jeder Hundebesitzer gelangt irgendwann an den Punkt, an dem er sich fragt, wie er nur jemals auf die aberwitzige Idee kommen konnte, sich überhaupt ein und dann noch genau dieses Fellbündel in sein Leben zu holen. Einem Angsthundebesitzer passiert dies zugegebenermaßen etwas öfter…

Daher möchten wir Ihnen an dieser Stelle ein wenig Unterstützung anbieten. Möchten Sie etwas über die Hintergründe zum Thema Angsthund erfahren, lesen Sie weiter in Teil Eins. Interessieren Sie sich aber vorrangig für praktische Möglichkeiten zum Umgang mit einem Angsthund, so können Sie sofort zu Teil Zwei weitergehen. Viel Spaß und Erfolg mit Ihrem Angsthund!

 

Teil Eins: Grundlagen

Über eines muss man sich im Klaren sein: Einen Angsthund aufzunehmen, bedeutet Mut zum Risiko, und stellt oftmals eine immense Herausforderung dar. Mit „Augen zu und durch“ kommt man hier ganz gewiss nicht zum Ziel! Vielmehr ist es der „Weg der kleinen Schritte und leisen Töne“, der dauerhaft zum Erfolg führt. Einen Angsthund zu begleiten, ist oftmals eine tiefgreifende Erfahrung und kann auch durchaus für den Menschen von geradezu therapeutischem Wert sein. Nach einer gewissen Zeit wird man erstaunt feststellen, dass man nicht mehr derselbe Mensch ist wie vorher, denn:

Wer einen Angsthund in sein Leben und Herz einlässt, wird erleben, dass dieser die besten Eigenschaften in ihm weckt bzw. verstärkt: Geduld, Ausdauer, Ruhe, Sanftmut, Mitgefühl, Klarheit, Verständnis und Achtsamkeit, aber auch Humor, Beherztheit, Geistesgegenwart, Berechenbarkeit, Zuverlässigkeit, Souveränität und Konsequenz – mit einem Wort echte Führungsqualitäten.

Hingegen wird man folgende Wesenszüge zwangsläufig mehr und mehr aus seinem Leben verbannen müssen, will man einem Angsthund seine Ängste nehmen: Ungeduld, Eile, Unruhe, Anspannung, Hektik, Unfreundlichkeit, Wut, laute und cholerische Ausbrüche, Grobheit, Unverständnis, Inkonsequenz, Unzuverlässigkeit – und eigene Ängste.

Ein Angsthund fordert seinem Menschen oftmals unglaubliche Geduld ab und bringt ihn sicher auch hin und wieder an die Grenzen der Belastbarkeit. Auf der anderen Seite ist das Glücksgefühl, das sich einstellt, wenn der Hund die ersten Veränderungen seines Verhaltens in die erhoffte Richtung zeigt und sich zaghaft annähert, unbeschreiblich sowie Belohnung für alle vielleicht erlebten Misserfolge oder Rückschritte und Ansporn für die Zukunft zugleich.

 

Was ist überhaupt ein sogenannter „Angsthund“?

Dieser Begriff bezeichnet im Wesentlichen zwei Gruppen von Hunden:

Die erste Gruppe umfasst Hunde, deren Hauptproblem die Angst vor dem Menschen ist. Dazu zählen zum einen Hunde, die von klein auf überhaupt keinen oder nur mangelnden Kontakt zum Menschen hatten. Es gibt auch Welpen, die bereits mit der Angst vor dem Menschen geboren werden; hier werden u.a. genetische bzw. epigenetische Ursachen diskutiert. So schade es auch ist, bei solchen Tieren wird es nur selten gelingen, aus ihnen langfristig Hunde zu machen, die sich in der Gesellschaft des Menschen wohlfühlen und zu sozialverträglichen Begleitern entwickeln.

Zum anderen gehören dazu aber auch alle Hunde, die aufgrund schlechter Erfahrungen Angst vor dem Menschen entwickelt haben. Ist bereits im Welpenalter eine massive angstgeprägte Fehlprägung auf den Menschen entstanden, sind die Aussichten, dass das Tier seine Ängste jemals vollständig ablegen wird, eher vorsichtig zu bewerten. Allerdings darf man sich hier keinesfalls zu pauschalen Vorurteilen hinreißen lassen, da jeder Fall individuell zu betrachten ist. Hat ein Hund hingegen bereits einmal positive Erfahrungen mit Menschen gemacht, oder gehört er einer Rasse an, die vom Wesen her dem Menschen sehr zugetan ist (beispielsweise die meisten Jagdhunderassen, aber auch viele andere), erleichtert das die Sache oft deutlich.

 

Zur zweiten Gruppe zählen Hunde, die zwar keine Angst vor dem Menschen, aber dafür vor allen möglichen anderen Dingen haben: Lärm, Gewitter, Wasser, Autos, Staubsauger etc., oder auch vor anderen Tieren.

Der Grund dafür muss nicht zwingend eine in der Vergangenheit liegende negative Erfahrung sein, sondern kann auch schlicht der Tatsache geschuldet sein, dass der Hund im Welpenalter kaum Reizen ausgesetzt war, also in der entscheidenden Phase bis zur 16. Lebenswoche nicht, wie es optimal für seine Entwicklung gewesen wäre, möglichst viele Dinge und Situationen kennen lernen und positive Erfahrungen sammeln konnte. Ein Beispiel sind die Beagle aus dem Kölner Modell, die nach ihrer Teilnahme an Tierversuchen zur Adoption freigegeben werden. Diese Hunde haben ihr bisheriges Leben ausschließlich hinter den Mauern der Versuchsanstalt verbracht und kennen absolut kein „normales“ Leben. Sie müssen dieses quasi von der Pike an ganz neu erlernen.

Wie beim Menschen, gibt es auch beim Hund unzählige Formen und Ausprägungen von Angst. Diese reichen von leichter Unsicherheit bis hin zu schwersten körperlichen und seelischen Traumata. Insofern kann der Versuch, Wege zur Behandlung und Überwindung von Ängsten aufzuzeigen, immer nur bruchstückhaft sein. Nichtsdestotrotz gibt es bestimmte allgemeingültige Grundregeln, die auf alle Angstformen Anwendung finden können.

 

Teil Zwei: Praktische Tipps

Wann sollten Sie auf die Adoption eines Hundes, v.a. aber eines Angsthundes, lieber verzichten?

  • Wenn Sie in einer Großstadt bzw. mitten in der Stadt leben
  • Wenn Sie in Vollzeit berufstätig sind und der Hund den ganzen Tag alleine bleiben müsste
  • Wenn Sie noch sehr kleine Kinder haben
  • Wenn es in Ihrem Haushalt/Ihrer Familie sehr hektisch, laut und chaotisch zugeht und keine Rückzugsmöglichkeit für den Hund besteht
  • Wenn der Hund mit ständig wechselnden Bezugspersonen zu tun hätte
  • Wenn in Ihrem Haushalt demenz- oder suchtkranke Familienangehörige leben oder Menschen, deren Verhalten aus welchen Gründen auch immer nicht berechenbar ist

 

Hilfreich bei der Überlegung, einen Angsthund zu adoptieren, sind:

  • Ein bereits vorhandener souveräner und sozialer Ersthund: Dieser kann einem verängstigten Hund durch seine Vorbildfunktion viel schneller als ein Mensch vermitteln, dass er sich nicht zu fürchten braucht
  • Ein ausbruchssicher eingezäunter Garten
  • Ausreichend Platz in Haus oder Wohnung, so dass der Hund genügend Rückzugsmöglichkeiten hat

 

Was sollten Sie neben den normalen Dingen wie Halsband, Leine, Napf und Körbchen besorgen, bevor Ihr Angsthund ins Haus kommt?

  • Ein sogenanntes Sicherheitsgeschirr, das verhindert, dass sich der Hund bei einem Panikanfall herauswinden und fortlaufen kann
  • Eine Schleppleine von 8-10m Länge, damit Ihr Hund seinen Radius erweitern kann, dabei aber immer gesichert ist
  • Eine Transportbox (Kunststoff, Metall, Nylon-Softbox), die Sie mit einem weichen Kissen o.ä. ausstatten und an einem ruhigen Ort in der Wohnung aufstellen

 

Wie verhalten Sie sich, wenn Ihr Angsthund bei Ihnen angekommen ist?

  • Je nach Verfassung lassen Sie ihn sich erst einmal lösen, oder bringen Sie ihn in den Raum mit der ihm zugedachten Box. Das Sicherheitsgeschirr sollte er in der ersten Zeit permanent tragen. Stellen Sie ihm Wasser und ein bisschen Futter hin und lassen Sie ihn erst einmal zur Ruhe kommen. Schauen Sie ab und zu nach ihm, halten Sie aber Abstand und sprechen Sie ihn höchstens kurz in ruhigen und freundlichen Worten an. Halten Sie Ihre anderen Haustiere erst einmal von ihm fern. Achten Sie darauf, dass alle anderen Familienmitglieder sich ebenso verhalten.
  • Befestigen Sie eine dünne Schnur, die je nach Hundegröße zwischen 30-50 cm lang ist und mit der der Hund sich nicht verheddern kann, an dem Sicherheitsgeschirr. Dadurch können Sie auf den Hund einwirken, ohne ihn direkt anfassen zu müssen, z.B. um ihn an einen bestimmten Ort innerhalb des Hauses zu führen, oder um ihn festzuhalten, damit Sie die normale Leine bzw. Schleppleine am Geschirr befestigen können.
  • Möchte er Kontakt aufnehmen, setzen Sie sich in einiger Entfernung von ihm auf den Boden und schauen Sie ihn nicht direkt an. Versuchen Sie, ob er auf ein besonders schmackhaftes Leckerli reagiert. Bieten Sie ihm Futter und Streicheleinheiten an, aber drängen Sie sich ihm nicht auf. Ideal wäre, wenn Sie ihn in der ersten Zeit aus der Hand füttern würden, aber viele Angsthunde fressen anfangs nur, wenn sie sich unbeobachtet fühlen.
  • Denken Sie immer daran, dass alles für ihn fremd ist und er mit einer unglaublichen Fülle von neuen Eindrücken fertig werden muss. Lassen Sie ihm Zeit.
  • Nach und nach können Sie ihm die anderen zwei- und vierbeinigen Familienmitglieder vorstellen und ihn mit dem Rest der Wohnung bzw. des Hauses und soweit vorhanden, dem Garten vertraut machen. Erledigt er draußen seine Geschäfte, loben Sie ihn nachdrücklich, aber ruhig, so dass er weiß, dass er es richtig gemacht hat.
  • Kann er sich in der Wohnung frei bewegen, achten Sie darauf, dass er immer die Möglichkeit hat, seinen Rückzugsort aufzusuchen.
  • Versuchen Sie, eine Alltagsroutine mit festen Fütterungs- und Ausgehzeiten zu etablieren. Struktur ist bei Angsthunden immer hilfreich.
  • Nehmen Sie seine Ängste ernst, aber bestärken sie ihn nicht darin. Hat er Angst, reden Sie nicht ununterbrochen beruhigend auf ihn ein, sondern treten Sie gelassen und souverän auf, so dass er merkt, dass Sie die Situation unter Kontrolle haben. Dies kann auch bedeuten, dass Sie ihn aus der angsterzeugenden Situation ein Stück weit oder vollständig entfernen.
  • Es ist eine Gratwanderung, den Hund zu fördern, aber nicht zu überfordern. Und oft hilft nur: Üben, üben, üben….
  • Leckerlis sind oft ein guter Indikator für den Stresslevel eines Hundes. Versuchen Sie herauszufinden, was Ihr Hund besonders gerne mag. Bereitet ihm eine Situation so viel Stress, dass er auf die schönsten Delikatessen nicht mehr reagiert, ist er definitiv überfordert.
  • Verstärken Sie erwünschtes Verhalten immer positiv, aber machen Sie Ihrem Hund auch von Anfang an klar, was er nicht tun soll.

 

Welche Möglichkeiten gibt es noch?

  • Holen Sie sich Hilfe bei einer/m professionellen Hundetrainer/in. Aber Achtung: Es ist nicht alles Gold, was glänzt! Schauen Sie sich mehrere Trainer/innen und deren Trainingsmethoden genau an und vereinbaren Sie erst einmal einen Gesprächstermin, um herauszufinden, ob der- oder diejenige überhaupt zu Ihnen und Ihrem Hund passt.
  • Ziehen Sie eine/n Tierärztin/Tierarzt Ihres Vertrauens zu Rate. Im Idealfall hat er oder sie die Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie. Eine medikamentöse Therapie sollte nicht von vornherein ausgeschlossen, aber gut abgewogen werden.
  • Fragen Sie eine komplementärmedizinisch erfahrene Tierärztin oder Tierverhaltenstherapeutin (bzw. einen Tierarzt oder Therapeuten) um Rat. Mit Bachblüten und/oder Homöopathie lassen sich Ängste oft gut unterstützend behandeln.
  • Sehr hilfreich ist bei Angsthunden häufig die sogenannte Tellington-Touch-Methode (T-Touch) nach Linda Tellington-Jones. Geschulte Trainer finden Sie unter www.tellington-methode.de
  • Thundershirt, Anxiety Wrap, Karma Wrap, Zen Pet: Diese „Anzüge”, die ebenfalls auf der  T-Touch-Methode basieren, geben dem Hund ein besseres Körpergefühl und „Bodenhaftung“ und dadurch mehr Sicherheit.
  • Adaptil-Verdampfer oder Halsband: Ein Pheromon-Präparat mit beruhigender Wirkung für Hunde.
  • Zylkene-Kapseln: Dieses Präparat enthält einen Wirkstoff, der dem beruhigenden Bestandteil in der Milch der Hundemutter nachempfunden ist. Sprechen Sie vor der Anwendung aber mit Ihrer/m Tierärztin/Tierarzt. Das Gleiche gilt für andere Präparate, auch wenn diese frei verkäuflich sind (z.B. Anxitane).

 

Empfehlenswerte Literatur:

Patricia B. McConnell: Will sei Dank: Memoiren einer Frau mit Hund – 2017
Nicole Wilde: Der ängstliche Hund – 2009
Linda Tellington-Jones: Tellington-Training für Hunde: Mit DVD – 2010

 

Mein Angsthund Maia

links –              Maia bei ihrer Ankunft
rechts oben –  Maia in ihrer Box – bis heute ihr sicherer Hort
rechts unten – Maia nach 6 Monaten – fröhlich, sportlich und mit allen 4 Pfoten mitten im Leben!

Nur noch sechs Monate

Mehr Zeit bleibt nicht mehr, um für diese Hunde ein liebevolles Zuhause zu finden.

Da sind die siebenjährigen, stattlichen Brüder Bricco und Bracco, die seit September letzten Jahres darauf warten von den passenden Menschen gesehen und gewollt zu werden. Ihre Chancen eine Familie zu finden, werden sich mit Ablauf dieses Jahres drastisch verringern. Denn diese Hunde können nicht dauerhaft in ihrem derzeitigen Zuhause – unserem Partnertierheim – bleiben.

Der Kooperationsvertrag, den der Bezirk, in dem die Hunde gefunden oder abgegeben wurden mit unserem Partnertierheim geschlossen hat, läuft zum Jahresende aus. Und eine Verlängerung ist mehr als fraglich.

So könnte es in sechs Monaten auch für die drei jungen, schwarzen Rüden Nero, Black und Dark heißen: Abmarsch in eine ungewisse aber bestimmt nicht rosige Zukunft. Als Welpen auf der Straße gefunden, suchen sie bereits seit Oktober 2015 über unsere Seite ein Zuhause.

Durch den Vertrag können unserem Tierheim bis maximal 50 Hunde zugewiesen werden, die dann dort bis zu einer erfolgreichen Vermittlung betreut und umsorgt werden. Wenn es gut läuft. Aber es läuft eben leider nicht immer gut. Das Jahresende rückt näher und die Liste der von einer Umsetzung bedrohten Hunde ist noch lang.

Dazu gehören auch die beiden zarten Hundemädchen Blackina und Dinda, die seit Januar bzw. März diesen Jahres auf unserer Seite vorgestellt werden. Die beiden schüchternen Hündinnen haben wie die oben genannten Rüden das Handicap schwarz zu sein. Ob sie deshalb bisher übersehen wurden?

Nun könnte man die Frage stellen, warum eine Umsetzung ein Problem sein soll? Schließlich bleiben die Hunde ja unter der Obhut von Menschen und wechseln eben nur den Aufenthaltsort. Die Verhältnisse in den italienischen Tierheimen unterscheiden sich deutlich voneinander. Zur Zeit leben diese Hunde in einem Tierheim, das eindeutig zu den Besseren im Land gehört. Die Haltung in kleinen Gruppen, bei deren Zusammensetzung darauf geachtet wird, dass die Hunde sich untereinander vertragen, ausreichend Futter und Wasser, eine medizinische Versorgung sollte überall selbstverständlich sein – ist es aber nicht.

Der weiße Riese Golia und die süße Desy gehören zum Beispiel zu den Hunden, die wegen ihrer Krankheit oder ihrer erlittenen Mißhandlungen besondere Fürsorge brauchen. Für Golia suchen wir bereits seit September 2015 den richtigen Platz, für Desy hoffen wir seit Januar diesen Jahres auf das erlösende „Los geht’s“

Und es geht nicht nur um eine ausreichende Gewährleistung der elementaren Bedürfnisse der Hunde. Kontakt zu Menschen, Beschäftigung, die Möglichkeit dem Bewegungsdrang nachgehen zu können – all das ist auch in Gefahr durch eine Umsetzung verloren zu gehen. Ein lebenlanges reines Verwahrtwerden hinter Gittern ist nicht die geringste Perspektive, sondern die wahrscheinlichste.

Der erst einjährige Righetto und die agile Pellegrina hätten wohl nicht mehr die Möglichkeit im Auslauf zu toben. Auch wenn in ihrem derzeitigen Heim die Zeit im Auslauf knapp ist, ist es allemal besser als gar nicht. Righetto ist seit Januar diesen Jahres in unserer Vermittlung, Pellegrina seit Oktober 2016

Ein großer Teil der Hunde kommt extrem verängstigt in unserem Partnertierheim an. Bei den wenigsten äußerst sich diese Angst durch Aggressivität, sondern sie sind im wahrsten Sinne des Wortes „starr vor Angst“. Die Bemühungen der Pfleger zeigen manchmal erst nach Jahren Wirkung, manchmal reichen schon Monate. Verlieren diese Hunde ihre Bezugspersonen ohne den Ausgleich, den die Aufnahme in eine Familie bieten würde, werden sie wohl schnell wieder in ihre alten Ängste zurückfallen.

So konnte Riccio erst nach fünf Jahren im Januar 2017 in unsere Vermittlung gegeben werden. Eine lange Zeit der vielen kleinen Schritte. Soviel Zeit bleibt Pippo, Zac, Boccia und Fulvus nicht. Daher haben wir die vier schon im Frühjahr in die Vermittlung genommen, wohlwissend, dass es sehr schwierig sein wird ein geeignetes Zuhause für sie zu finden.

Ob diese Hunde nach der Umsetzung in andere Tierheime noch eine Chance auf Vermittlung innerhalb Italiens haben, hängt davon ab wie engagiert das jeweilige neue Tierheim bei der Vermittlung ist. Nicht in jedem Canile wird Wert darauf gelegt, eine Familie für die Schützlinge zu finden. Eine Vermittlung ins Ausland wird wohl völlig unmöglich werden, da diese in Italien nicht unumstritten ist. Zum einen halten sich hartnäckig Gerüchte, die Tiere verschwänden dort in dunklen Kanälen, würden als Versuchstiere in Laboren mißbraucht, zum anderen verursacht die legale Vermittlung und Verbringung ins Ausland einen nicht unerheblichen, adminstrativen Aufwand, den viele Canile nicht leisten wollen oder können. Um so mehr, wenn mit diesem Mehraufwand der Verlust einer Einnahmequelle einhergeht.

Seit Oktober 2016 suchen wir für den kraftvollen Attila ein Zuhause, der nach dem Verlust seines Herrchens ins Tierheim kam. Die zierliche Garina ist erst ein Jahr alt und im Mai diesen Jahres in den Kreis der Vermittlungshunde aufgenommen worden.

So ist es ein Glücksfall, dass wir seit mehr als zehn Jahren eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unserem Partnertierheim haben und schon viele Italiener in der Fremde ihr Glück finden und ihrerseits ihre Adoptanten glücklich machen konnten.

Das würden auch Bonnie und Clyde gern tun, bekämen sie dazu die Chance. Seit März 2017 suchen wir für sie ein Zuhause. Ihre Namen, die sie erhielten, weil sie zusammen in unserem Partnertierheim ankamen, sind keineswegs Programm. Die beiden sind liebenswert, scheu und zurückhaltend und haben mit dem berüchtigten Gangsterduo rein gar nichts gemein.

Vielleicht ist durch diesen Bericht der Eindruck entstanden, dass uns diese Hunde mehr am Herzen liegen als die anderen auf unserer Seite vorgestellten Tiere. Dem ist nicht so. Wir wünschen uns für all unsere Hunde ein liebevolles Zuhause, einen Platz an dem sie zu einem treuen Begleiter ihrer Menschen werden dürfen. Auch unter den nicht von einer Umsetzung bedrohten Tieren gibt es Hunde, die trotz der recht guten Lebensbedingungen so sehr unter dem Tierheimalltag leiden, dass wir sie lieber heute als morgen in ein neues, behütetes Leben aufbrechen sehen möchten.

Für den kleinen, dreijährigen Polli warten wir seit August 2016 auf die eine alles entscheidende Anfrage. Der siebenjährige Bartali verbrachte fast sein ganzes Leben im Tierheim und wurde gerade erst in unsere Vermittlung aufgenommen.

Doch bei den in diesem Bericht genannten Hunden drängt die Zeit ungeachtet ihrer individuellen Bedürfnisse. Sollten sie nach Ablauf des Kooperationsvertrages von ihrem ursprünglichen Bezirk zurückgefordert und umgesetzt werden, könnten wir weder weiterhin versuchen ein Zuhause für sie zu finden noch bei ihrer Versorgung unserem Partnertierheim mit Geld- oder Futterspenden zur Seite stehen. Das wäre alles nur halb so schlimm, könnten wir davon ausgehen, dass sie es bei der Umsetzung genauso gut oder sogar besser treffen würden. Aber genau das können wir leider nicht. So bleiben uns nur die Möglichkeit auf diese Hunde besonders hinzuweisen und die Hoffnung noch vor dem Jahresende den richtigen Platz für sie zu finden.

Wie auch für Bruna, Santo und Nanda. Das Geschwistertrio ist ungefähr 9 Monate alt und wartet darauf die Welt zu erkunden. Nanda ist seit Juni bei uns in der Vermittlung, ihre Geschwister sind es seit Mai.

Ein Tag – eine ganz besondere Widmung

Man könnte meinen, es sind ja nur zwei kleine Wörter und doch sind es jene beiden kleinen Wörter, die eine glückliche und leider auch eine traurige Geschichte mit sich bringen.
Eine Geschichte, die zu seiner Geschichte geworden ist, einen ganz besonderen Hund, der für Zig Artgenossen steht, deren Schicksal es ist, leider am falschen Ort geboren zu sein.
Eine Geschichte über RUBEN und seine Mutter DIANA.
Eine Geschichte die uns jeden Tag fühlen lässt, wie gnadenlos Menschen sein können – die Angst, Zorn sogar Hass in uns auslöst, die uns ohnmächtig werden lässt vor Wut und Trauer….
Im Gegenzug ist die Geschichte jedoch eng verbunden mit unbeschreiblichen Glücksmomenten, mit Dankbarkeit, viel Hoffnung und vor allen mit einer Grenzenlosen Liebe.
Wie schnell sich „Ein Tag“ im Leben ändern kann, haben wir in diesem Jahr miterleben können.

Es war der 5. Januar als ich voller Freude auf der Facebookseite Mariechens die glücklichen Fellnasen sah, die Dank der grandiosen Weihnachts-Spendenaktion vielleicht zum ersten Mal in Ihrem Leben in einem warmen Körbchen gesessen haben. Ihre Blicke sprachen Bände! Wie geborgen müssen Sie sich in dieser Zeit schon gefühlt haben!? Es war so schön jede einzelne Fellnase dort sitzen zu sehen und die lieben Kommentare zu lesen.

Doch dann kam Ruben – es raubte mir den Atem, die Tränen liefen als ich las, was geschrieben stand…..
Ruben – ein Segugi, der nur eine Nacht in seinem Körbchen verbringen durfte, dann holte ihn der Jäger am nächsten Tag wieder zu sich.
Chiara schrieb dazu, dass man leider nicht ihn, dafür aber seine Mama vor den grausamen Jäger beschützen konnte.

Ich konnte es nicht fassen in die flehenden, traurigen Augen von Ruben zu blicken. Sein Blick traf mich durch und durch – Ruben, für mich ein Seelenhund! Dessen Körper bis auf Haut und Knochen abgemagert und jede einzelne Rippe präsent ist! Ihn so zu sehen und zu wissen, dass er wieder in den grausamen Fängen dieses Jägers ist, einen Jäger der Hunde unsagbar grausam behandelt, der es zulässt, ihnen ohne unzureichende Versorgung alles abzuverlangen , so dass sie nur noch ein Schatten Ihrer selbst sind, sich nicht darum schert, dass sie ein Leben unter unvorstellbaren grausamen Bedingungen fristen müssen, ein Leben begleitet von Hunger, Angst, Kälte – wollte ich nicht akzeptieren.

Zu wissen, dass Ruben sein Körbchen nur eine Nacht lang genießen durfte, brach mir das Herz. Was muss in Ruben vorgegangen sein – „Ein Tag“ ein geborgenes Leben zu LEBEN mit liebevollen Menschen, warmen Worten, zärtlichen Streicheleinheiten und dann –

„Ein Tag“ später wieder in den Fängen dieses Jägers!

Am späten Abend noch schrieb ich Diana eine Email mit der Bitte und Frage, ob man etwas tun kann um Ruben vom Jäger wegzuholen.

„Ein Tag“ darauf rief mich Diana gleich morgens an. Doch Ihre Antwort auf meine Frage war niederschmetternd. Chiara hatte bereits alles versucht, um den Jäger davon zu überzeugen ihr Ruben zu überlassen. Doch dieser fühlte sich dadurch anscheinend nur noch mehr bestärkt mächtiger zu sein, als Chiara, die Tierschützerin, die alles gab um ihn Ruben abzuringen. Utopisch waren seine Forderungen, die den Hintergrund hatten, Ruben sowieso nicht abgeben zu wollen und so musste Chiara Ruben leider gehen lassen…….

Die einzige Hoffnung die uns blieb war, dass wir wussten, Chiara bleibt an den Jäger dran und Ruben somit vielleicht noch eine zweite Chance bekommt!

Diana hat uns von Diana, Rubens Mama erzählt. Sie schickte uns ein Video, in dem wir eine verängstigte Hündin sahen, die vibrierend in der Ecke stand und nicht wusste, mit den Streicheleinheiten von Chiara umzugehen. Angespannt vor Angst stand die arme Hündin da, nur ihre lieben Augen blickten hin und her.

In diesem Moment stand für uns fest, wir müssen Diana zu uns holen! Uns sollte die Chance verwehrt sein, Ruben raus zu bekommen. Uns sollte aber nicht die Möglichkeit genommen werden, seine Mama zu uns zu holen. Wir bekamen Bescheid, dass wir Diana am 18. Februar in Würzburg empfangen dürfen.

Während wir auf den Tag warteten, waren wir in Gedanken stets bei Ruben. Jede Nacht wurde ich wach, seine traurigen Augen gingen mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich bat den lieben Gott Ruben zu helfen. Doch leider verging Tag um Tag ohne positive Nachricht und somit blieb wieder nur die Hoffnung….

Dann kam der 18. Februar! Endlich, wir durften unsere Diana in Würzburg holen.

Wir warteten mit weiteren ganz tollen Familien sehnlichst auf die Neuankömmlinge Artù, Bamba und auf unsere Diana. Es waren solche Glücksmomente, die kaum in Worte zu fassen sind.

Unsere Diana wurde von Judith (an dieser Stelle nochmal ganz herzlichen Dank an die beiden Judith und Jochen von Corda Viventis für den tollen Transport) zu uns ins Auto gebracht. In diesem Moment konnte man das Ausmaß erahnen, was die Kleine hinter sich hatte. Judith meinte, man habe ihr die Seele gebrochen! Ein Stich mitten ins Herz!

Aber das sollte nicht der letzte sein – an diesen Tag!

 

Die traurige Nachricht die uns kurz darauf ereilte war, Ruben ist gestorben!
Der Grund seines Todes UNFASSBAR
Diana schrieb Sie traue sich kaum es uns zu sagen; Ruben ist tot, der kleine sanfte Ruben ist erfroren. Er ist am 17. Februar, ein Tag bevor Diana zu uns kam erfroren! Der Jäger, der ihn abholte lies es geschehen, dass Ruben nach 3 Wochen enormer Angst und Hunger erfroren ist. Ruben, der sanfte Seelenhund! Er bedauerte lediglich, dass er sich nun einen neuen kaufen muss.

Für diese neue arme Hundeseele, die jetzt zu diesem Jäger kommt, ist es der Beginn eines fürchterlichen Martyriums, mit geringer Aussicht auf eine zweite Chance….

Ruben ist der Grund, dass wir seine Mama Diana, heute Lana bei uns haben!
Wir sahen Ruben und „ein Tag“ später, trat Lana in unser Leben.
Lana kam zu uns, aber „ein Tag“ zuvor ist ihr Bubi Ruben gestorben…….
Nur „ein Tag“ lag zwischen Kennen lernen und Gehen lassen müssen

Für Ruben ist das Martyrium vorbei, er ist gegangen, ist nun an einem besseren Ort. Aber seine Geschichte soll nicht unvergessen bleiben! Vielmehr soll sie uns daran erinnern, dass wir nie aufgeben dürfen Tierschutz zu leben.

Er hat uns auf eine ganz besondere Art und Weise berührt und Dank ihn hat seine Mama Glück, ein lebenswertes Leben zu leben.

Wir werden Dich lieber Ruben stets in unseren Herzen tragen und hoffen, dass Du erneut Herzen bewegst zu handeln, damit viele Deiner Hundekumpels eine zweite Chance bekommen!

Dir lieber Ruben wünschen wir alles Liebe, wir wünschen Dir ein schönes Leben im Hundehimmel und ein warmes Körbchen, dass mehr als nur „ein Tag“ für dich bereit steht! Schau ab und an bei uns und Deiner Mama vorbei!

In diesem Sinne nochmal herzlichen Dank an Alle, die sich jeden Tag erneut für das Schicksal der armen Hundeseelen sowohl vor Ort in Italien und hier in Deutschland einsetzen!

Die jeden Tag erneut dafür kämpfen, trotz harter Rückschläge sich dennoch nicht davon abschrecken lassen, damit ganz viele Fellnasen wieder glücklich werden und eine zweite Chance erhalten!

 

In Memory an eine ganz große Hundepersönlichkeit – RUBEN