Nur noch sechs Monate

Mehr Zeit bleibt nicht mehr, um für diese Hunde ein liebevolles Zuhause zu finden.

UPDATE VOM 27.11.2017: Unsere Tierschützer in Italien konnten einen Aufschub bis Mitte nächsten Jahres erzielen. Wir freuen uns so sehr für die Vierbeiner und hoffen, dass sie bald zu ihren Menschen ziehen dürfen. 

 



Da sind die siebenjährigen, stattlichen Brüder Bricco und Bracco, die seit September letzten Jahres darauf warten von den passenden Menschen gesehen und gewollt zu werden. Ihre Chancen eine Familie zu finden, werden sich mit Ablauf dieses Jahres drastisch verringern.  Denn diese Hunde  können nicht dauerhaft in ihrem derzeitigen Zuhause - unserem Partnertierheim - bleiben.

 

Der Kooperationsvertrag, den der Bezirk, in dem die Hunde gefunden oder abgegeben wurden mit unserem Partnertierheim geschlossen hat, läuft zum Jahresende aus. Und eine Verlängerung ist mehr als fraglich. 



So könnte es in sechs Monaten auch für die drei jungen, schwarzen Rüden Nero, Black und Dark heißen: Abmarsch in eine ungewisse aber bestimmt nicht rosige Zukunft. Als Welpen auf der Straße gefunden, suchen sie bereits seit Oktober 2015 über unsere Seite ein Zuhause.

 

 

Durch den Vertrag können unserem Tierheim bis maximal 50 Hunde zugewiesen werden, die dann dort bis zu einer erfolgreichen Vermittlung betreut und umsorgt werden. Wenn es gut läuft. Aber es läuft eben leider nicht immer gut. Das Jahresende rückt näher und die Liste der von einer Umsetzung bedrohten Hunde ist noch lang.

 



Dazu gehören auch die beiden zarten Hundemädchen Blackina und Dinda, die seit Januar bzw. März diesen Jahres auf unserer Seite vorgestellt werden.  Die beiden schüchternen Hündinnen haben wie die oben genannten Rüden das Handicap schwarz zu sein. Ob sie deshalb bisher übersehen wurden?

 

Nun könnte man die Frage stellen, warum eine Umsetzung  ein  Problem sein soll? Schließlich bleiben die Hunde ja unter der Obhut von Menschen und wechseln eben nur den Aufenthaltsort. Die Verhältnisse in den italienischen Tierheimen unterscheiden sich deutlich voneinander. Zur Zeit leben diese Hunde in einem Tierheim, das eindeutig zu den Besseren im Land gehört.  Die Haltung in kleinen Gruppen, bei deren Zusammensetzung darauf geachtet wird, dass die Hunde sich untereinander vertragen, ausreichend Futter und Wasser, eine medizinische Versorgung sollte überall selbstverständlich sein - ist es aber nicht.

 



Der weiße Riese Golia und die süße Desy gehören zum Beispiel zu den Hunden, die wegen ihrer Krankheit oder ihrer erlittenen Mißhandlungen besondere Fürsorge brauchen. Für Golia suchen wir bereits seit September 2015 den richtigen Platz, für Desy hoffen wir seit Januar diesen Jahres auf das erlösende "Los geht's"

 

Und es geht nicht nur um eine ausreichende Gewährleistung der elementare Bedürfnisse der Hunde. Kontakt zu Menschen, Beschäftigung, die Möglichkeit dem Bewegungsdrang nachgehen zu können - all das ist auch in Gefahr durch eine Umsetzung verloren zu gehen. Ein lebenlanges reines Verwahrtwerden hinter Gittern ist nicht die geringste Perspektive, sondern die wahrscheinlichste.

 



Der erst einjährige Righetto und die agile Pellegrina hätten wohl nicht mehr die Möglichkeit im Auslauf zu toben. Auch wenn in ihrem derzeitigen Heim die Zeit im Auslauf knapp ist, ist es allemal besser als gar nicht. Righetto ist seit Januar diesen Jahres in unserer Vermittlung, Pellegrina seit Oktober 2016

 

Ein großer Teil der Hunde kommt extrem verängstigt in unserem Partnertierheim an. Bei den wenigsten äußerst sich diese Angst durch Aggressivität, sondern sie sind im wahrsten Sinne des Wortes "starr vor Angst". Die Bemühungen der Pfleger zeigen manchmal erst nach Jahren Wirkung, manchmal reichen schon Monate. Verlieren diese Hunde ihre Bezugspersonen ohne den Ausgleich, den die Aufnahme in eine Familie bieten würde, werden sie wohl schnell wieder in ihre alten Ängste zurückfallen.

 



So konnte Riccio erst nach fünf Jahren im Januar 2017 in unsere Vermittlung gegeben werden. Eine lange Zeit der vielen kleinen Schritte. Soviel Zeit bleibt Pippo, Zac, Boccia und Fulvus nicht. Daher haben wir die vier schon im Frühjahr in die Vermittlung genommen, wohlwissend, dass es sehr schwierig sein wird ein geeignetes Zuhause für sie zu finden.



Ob diese Hunde nach der Umsetzung in andere Tierheime noch eine Chance auf Vermittlung innerhalb Italiens haben, hängt davon ab wie engagiert das jeweilige neue Tierheim bei der Vermittlung ist. Nicht in jedem Canile wird Wert darauf gelegt, eine Familie für die  Schützlinge zu finden. Eine Vermittlung ins Ausland wird wohl völlig unmöglich werden, da diese in Italien nicht unumstritten ist. Zum einen halten sich hartnäckig Gerüchte, die Tiere verschwänden dort in dunklen Kanälen, würden als Versuchstiere in Laboren mißbraucht, zum anderen verursacht die legale Vermittlung und Verbringung ins Ausland einen nicht unerheblichen, adminstrativen Aufwand, den viele Canile nicht leisten wollen oder können. Um so mehr, wenn mit diesem Mehraufwand der Verlust einer Einnahmequelle einhergeht.



Seit Oktober 2016 suchen wir für den kraftvollen Attila ein Zuhause, der nach dem Verlust seines Herrchens ins Tierheim kam. Die zierliche Garina  ist erst ein Jahr alt und im Mai diesen Jahres in den Kreis der Vermittlungshunde aufgenommen worden.

 

 

So ist es ein Glücksfall, dass wir seit mehr als zehn Jahren eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unserem Partnertierheim haben und schon viele Italiener in der Fremde ihr Glück finden und ihrerseits ihre Adoptanten glücklich machen konnten.



Das würden auch Bonnie und Clyde gern tun, bekämen sie dazu die Chance. Seit März 2017 suchen wir für sie ein Zuhause. Ihre Namen, die sie erhielten, weil sie zusammen in unserem Partnertierheim ankamen, sind keineswegs Programm. Die beiden sind liebenswert, scheu und zurückhaltend und haben mit dem berüchtigten Gangsterduo rein gar nichts gemein.

 

 

Vielleicht ist durch diesen Bericht der Eindruck entstanden, dass uns diese Hunde mehr am Herzen liegen als die anderen auf unserer Seite vorgestellten Tiere. Dem ist nicht so. Wir wünschen uns für all unsere Hunde ein liebevolles Zuhause, einen Platz an dem sie zu einem treuen Begleiter ihrer Menschen werden dürfen. Auch unter den nicht von einer Umsetzung bedrohten Tieren gibt es Hunde, die trotz der recht guten Lebensbedingungen so sehr unter dem Tierheimalltag leiden, dass wir sie lieber heute als morgen in ein neues, behütetes Leben aufbrechen sehen möchten.


 

Für den kleinen, dreijährigen Polli warten wir seit August 2016 auf die eine alles entscheidende Anfrage. Der siebenjährige Bartali verbrachte fast sein ganzes Leben im Tierheim und wurde gerade erst in unsere Vermittlung aufgenommen.

 

 

Doch bei den in diesem Bericht genannten Hunden drängt die Zeit ungeachtet ihrer individuellen Bedürfnisse. Sollten sie nach Ablauf des Kooperationsvertrages von ihrem ursprünglichen Bezirk zurückgefordert und umgesetzt werden, könnten wir weder weiterhin versuchen ein Zuhause für sie zu finden noch bei ihrer Versorgung unserem Partnertierheim mit Geld- oder Futterspenden zur Seite stehen. Das wäre alles nur halb so schlimm, könnten wir davon ausgehen, dass sie es bei der Umsetzung genauso gut oder sogar besser treffen würden. Aber genau das können wir leider nicht. So bleiben uns nur die Möglichkeit auf diese Hunde besonders hinzuweisen und die Hoffnung noch vor dem Jahresende den richtigen Platz für sie zu finden.

Wie auch für Bruna, Santo und Nanda. Das Geschwistertrio ist ungefähr 9 Monate alt und wartet darauf die Welt zu erkunden. Nanda ist seit Juni bei uns in der Vermittlung, ihre Geschwister sind es seit Mai.


 


 

 

 

 

 

Wenn Sie mehr über die jeweiligen Hunde erfahren möchten, klicken Sie bitte auf das entsprechende Bild oder den Namen. Einen weiteren Bericht zu diesem Thema finden sie hier. Mehr Informationen über die Situation und unsere Hilfe vor Ort können Sie hier lesen.